Freitag, 9. Dezember 2016

Vorweihnachtliches froh sein

Zum siebenten Mal Advent hier auf *kleine freude*. Lustiges, Persönliches, Besinnliches, Dekoratives, Stilles, schon in früheren Jahren abgehandelt. Auf eine bestimmte Weise gestrickt, formen sich die Texte immer wieder auf ähnliche Weise.

Dieser Advent ist anders für mich. Andere Jahre dachte ich im Dezember fast ausschließlich bis Weihnachten, die Zeit dahinter wurde ausgeblendet, als gäbe es eine Stoptaste für die Erdenzeit. Das half mich zu entspannen, eins nach dem anderen vorzubereiten und mich auf die besonderen Wochen vor dem Fest zu fokussieren. Doch heuer laufen parallel Vorbereitungen für die ersten Monate des kommenden Jahres. 



Mehr wird hier nicht verraten, ich brauche meine Freiheit für eine Zeit, in der ich mein normales Leben ganz verlasse werde und mich gefühlt auf sehr viel Neues und Ungewohntes einlassen werde. Für ganze drei Monate. Um ganz einzutauchen und die Welt und mich darin auf eine neue Weise kennenzulernen, muss ich manche gewohnte und liebgewonnene Tätigkeiten unterbrechen oder verändern. Dazu gehört auch das veröffentlichen von Blogbeiträgen in dieser Zeit. 


Die Lust zu schreiben und zu fotografieren bleibt. Da bin ich sicher. Erfahrungen und Erlebnisse werden hier nach der Blogpause ab Anfang April wieder ihren Platz finden, darauf freue ich mich!
Es werden definitiv keine Fotos aus Irland dabei sein, soviel kann ich sagen.


               Jugendstilbadeanstalt in Bad Nauheim, Deutschland, siehe auch nächste Bilder

Drei Monate sind eine lange Zeit, ich hoffe natürlich sehr, dass ihr Leserinnen und Leser, die ihr gerne hier wart, auch nach dieser Zeit wieder vorbeischauen mögt. 

                 Bad Nauheim

Nun ist es aber noch nicht soweit. 

Frei zu sein bedarf es wenig und wer frei ist, ist ein König. Oder: Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist ist ein König. Froh, König, wenig bedürfen. Fröhliche Weihnachten, Kind im Stroh. Nette Geschichten rund ums Fest. 
Freiheit ist neu dazugekommen. Sich klar werden, was sich richtig anfühlt und alles wegzulassen was zu viel, zerstreuend oder letztlich unwichtig ist. Keine Zeit des Jahres lädt mehr dazu ein als diese. Und es wird immer schwieriger in einer immer lauter werdenden Welt. Und gerade deswegen immer wichtiger sich zu entscheiden. Viele Male des Tages. Das richtige Maß finden. Frei zu sein bedarf es in diesen Tagen viel. Bleibt noch die Frage ob man König sein will. Ich deute das so: Souverän das eigene Leben, kreativ die vorhandene Zeit und liebevoll die Beziehungen gestalten. Sich nicht vereinnahmen lassen, wenn es sich nicht richtig anfühlt. Wie auch immer, von wem auch immer. Hat man das oft geübt kann man weitergehen und jedem geben, was man eben geben kann, ohne sich selbst dabei zu verlieren. So ist mein Resümee nach Jahrzehnten trial and error. Und ich übe immer noch....



                      Bad Nauheim

Der bekannte Kanon hat noch weitere Strophen. Die letzten Verse mag ich. 

Frösche, die im Nassen sitzen
Mit Vergnügen sich bespritzen.
Eulen, die auf Tannen hocken
Stricken grüne Ringelsocken.


Mal sehn, vielleicht wird dieses Lied heuer unter die Weihnachtslieder geschummelt. Frei zu sein bedarf es schließlich wenig, oder? ...




   
 

Freitag, 2. Dezember 2016

Wir können

Frühlingsbesuch in einem wilden Garten am Atlantik, als uns der Anruf erreicht. Der Kreis schließt sich nun. Genau hier, vor diesem Stein dachte ich daran, was sich wohl in den nächsten Monaten verändern würde. 2016 war für viele ein herausforderndes Jahr, manche Pläne ließen sich nicht verwirklichen, unerwartete Wendungen mussten verdaut werden und neue Pläne aufgestellt werden, selbst wenn nicht klar war, ob es diesmal besser klappen würde. Unsere Flexibilität und unser Vertrauen darauf, dass schon alles seine Richtigkeit hat so wie es ist, wurde nicht nur auf eine Probe gestellt. Wie soll man auch vertrauen, wenn gefühlt alles in die falsche Richtung läuft?!


                                        Glanleam House and Gardens Valentia Island, Irland April 2016

Und dann wieder ein Gefühl von Weite und Freiheit. Durch überraschende Vorkommnisse in den letzten Wochen und Monaten in der Welt denke ich anders über das Zusammenleben nach. Gleichgültigkeit war gestern. Ich habe gelernt, dass nichts in Stein gemeißelt ist. Ich habe geübt mich zu freuen, ob das Leben nun rund läuft oder nicht. Ich bin auch dieses Jahr darin ein wenig gewachsen. Vieles ist doch einfach auch nur eine Frage von Einstellungen und genau die werden in diesen Zeiten abgeklopft.

 
                               Schlosspark Laxenburg, bei Wien, November 2016

Ein bisschen gekränkelt hatte sie, die Kiefer. nach einem heißen trockenen Sommer fielen viele Nadeln, die Krone wirkte leer und krank. Das war letztes Jahr. Diesen Herbst leuchtet sie üppig grün. Mit ihrer ganz eigentümlichen Form erinnert sie mich an Stationen in meinem Lebenslauf. Zacken in der Biografie, Anstrengungen sich wieder neu auszurichten. Eines Tages steht sie da, mit Narben und Einbußen, aber es geht weiter, immer weiter. Sich den Himmel, den Raum erobern. Die Schönheit des Seins feiern, die Wärme, Kälte, stürmische Zeiten, Frost, Sonne, Hitze, Regen und Schnee. Dazwischen staunen über die Jahre die vergangen sind. Eins ums andere. Mitten im Prozess ordentlich hadern (das kann ich gut), macht aber auf Dauer eh keinen Spaß und irgendwann ist die Einsicht auch im Herzen angekommen, dass jede Veränderung tiefen Sinn macht. Es war an der Zeit, schlicht und einfach.


                              Muckross House and Gardens, Irland, April 2016

Wie wäre es gewesen ein Leben allein gelebt zu haben? Kann ich nicht sagen, war bisher nicht. Für mich auch kaum mehr vorstellbar. Zuerst viele Geschwister hinter mir Ältesten. Dann Ehemänner, eigene Kinder. Es gab mich immer eingebettet im nahen täglichen Wir. Zusammen wächst man anders als allein. Fehlt etwas von mir oder von ihm? Man richtet sich an sich selbst aus und gleichzeitig aneinander. Man wird sich ähnlicher und bleibt sich selbst trotzdem treu.

Auch in diesem Jahr besuchte ich geliebte Bäume wie andere Freunde besuchen. Ein schönes Jahr, ich werde zufriedener. Vieles ist gut und was nicht gut ist bekommt Zeit gut zu werden.

Eines der letzten Fotos dieser Tage. Mir blieb fast die Luft weg. Die Braut lupfte die Stoffmassen nur vorne und marschierte im Stechschritt durch die Pfützen. Ihre Schleppe nahm alles mit, was Wind und Regen auf den Wegen versammelt hatten. Es gibt Ziele, da kann so ein bisschen Dreck nicht aufhalten. Das Ziel ist nichts ohne dem Weg. Ich hatte immer emotionale Ziele, die Realität folgte meinen Gefühlen. 
Das passende Leben dazu stellte sich irgendwann von selbst ein.


                                    Schlosspark Laxenburg, November 2016

Lady´s View, das Motiv gabs hier schon öfter. Vor zwanzig Jahren saß ich hier zum ersten Mal. Ich sehe, wie Muster die Biografie durchweben, in meinem Kopf sind es Melodien, Themen die variiert werden, und Wiederholungen, die sich dann doch nie gleichen. Ich gehe wenig nach Plänen, ich folge fast immer dem Ruf meines Herzens. Damit müssen dann andere zurechtkommen, wenn es mal nicht zusammenpasst. 
 

                                         Lady´s View, Killarney, Irland, April 2016

Diese zu Ende gehenden Jahr klopfte uns darauf hin ab, wie wir mit Veränderungen umgehen können. Was sie mit uns machen, wie wir uns fühlen, wie wir reagieren wenn Weichen anders als bisher gestellt werden. Es klingt so abgedroschen: Jeder Tag würde neue Chancen mit sich bringen. Vielleicht werden wir 2017 und darüber hinaus diesen leeren Stehsatz mit mehr Lebendigkeit füllen können. Weil uns vielleicht gar nichts anderes übrig bleiben wird. Auch diese Zeit wird sich in die Lebensmelodie einfügen, ihr eine neue Färbung geben, sie spannend machen.

Wir können schließlich Veränderung, seit unseren ersten Atemzügen.

Mittwoch, 23. November 2016

Bedürfnis nach Wärme

Zum runden Geburtstag vor bald einem Jahr hatte ich diese Schneerose bekommen, die mit kurzen Unterbrechungen während frostiger Perioden den ganzen letzten Winter unermüdlich in seinem kleinen Topf neben der Haustüre blühte. Im Frühjahr stopfte ich die unansehnlichen Überreste unter dem Haselstrauch in die Erde und siehe da, nachdem das abgefallene Laub und sonst so allerlei Topfinhalte, die während der warmen Monate schnell mal unter das Blätterdach der Hasel entsorgt, kürzlich entfernt waren, leuchteten mir gestern diese Knospen entgegen. Die Schneerose beginnt wieder ihren Blütenreigen und wird ihn trotz Kälte und Frost bis zu den warmen Tagen im März aufrecht erhalten. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was mir das dieses Jahr bedeutet.




Manchmal zieht es schwer an mir, die Entwicklungen in der Welt, jedenfalls diejenigen, die uns ununterbrochen medial präsentiert werden. Aber nicht nur dort, inzwischen auch direkt erlebte Realität. Sollen wir wollen, dass es kälter wird, mit den Temperaturen auch in unseren Herzen? Manchmal kommt es mir so vor.
Was treibt uns an, was brauchen wir für ein gutes Miteinander? Simples Mitgefühl, sich in einen anderen hineindenken, kann man sich das noch leisten? Zu Beginn des Advents stellen sich mir diesesmal ganz andere Fragen als in den Jahren zuvor. Es geht nicht mehr darum ob wir weniger dem Kaufrausch verfallen oder uns Zeit für Besinnung und Ruhe nehmen, auch nicht darum, was sein muss oder weggelassen werden kann.

Am Sonntag vor Beginn der weihnachtlichen Zeit streifen wir über Plätze der Wiener City. Stricken scheint zurzeit im Trend zu liegen, wie sonst kann man diese Auslagendekoration interpretieren. Riesige Ballen von Kammzügen und daraus gestrickte Vorhänge dahinter zeigen mir dann mehr das Bedürfnis nach Herzenswärme. Denn es ist warm in Wien.



Die Schanigärten sind gut besucht, egal ob mit oder ohne Wärmelampen ausgestattet. Die Stadt ist voll von Touristen, man genießt die hellen Stunden im Freien bei Kaffee und Apfelstrudel und auf den an jeder Ecke befindlichen Weihnachtsmarktstandeln und Punschhütten. 






Amerikaner spielen Straßenmusik, man ertappt sich beim Gedanken, ob sie wohl zu den Auswanderungswilligen gehören und gerade hineinschnuppern in die europäische Welt. Sie spielen gottlob noch keine Weihnachtsmusik. Schlimm, dass diese so negativ besetzt ist, aber gut wenn das unsere einzigen Sorgen wären.



Je mehr die Engeldichte in der vorweihnachtlichen Zeit zunimmt und das tut sie konstant seit Jahren, umso mehr frage ich mich, was man landläufig so damit verbindet. Ist halt süß, sie lassen wahrscheinlich die Kassen klingeln und das wars dann. Eine Welt jenseits der Konsumwelt? Eine Welt die sich Mitgefühl und Herzenswärme leistet, welche nichts einbringt außer das Gefühl menschlich sinnvoll gehandelt zu haben und so, wie man selbst auch behandelt werden möchte mit anderen umgeht. Dazu bräuchte man nicht mal eine Religion.



Manchmal verzage ich ein bisschen, selbst dann, wenn ich denke, dass diejenigen, die eine extremere Wortwahl im Ausgrenzen anderer Menschen verwenden, hätten ihre Gründe dafür und könnten es nicht besser. Wo sind die anderen, die gefestigten, die zeigen, dass es auch anders geht. Es gibt sie in großer Zahl, aber immer öfter verstummen sie, weil sie immer öfter öffentlich eingeschüchtert, bedroht und lächerlich gemacht werden.





Kleine Zeichen der Liebe, des Miteinanders und Mitgefühls werden in diesen Tagen immer wichtiger. Wir dürfen nicht verstummen und so tun, als wäre alles gut. Vieles ist nicht gut und das zeigt sich immer deutlicher. Daneben gibt es fast täglich Zeichen echter Freundschaft und ein Dasein füreinander. Das gibt Kraft. Aufgeben ist keine Option. Wegschauen allerdings auch nicht. Das ist anders geworden.

Zurück zum Garten: Wir starteten einen Versuch im Gemüsebeet. Auf eine Schicht Laub kamen Kartoffeln, die wieder mit einer Schicht Laub bedeckt wurden. Darüber Erde gehäufelt. Wenn der Winter mild wird sollte das klappen und wir können sehr zeitig Kartoffeln ernten. Das geht so: Die Kartoffeln fangen an zu treiben, weil die Laubschicht beim zerfallen etwas Wärme erzeugt. Die Triebe bleiben an der kalten Erde nach oben und unten hin stehen, bis diese im Frühjahr wärmer wird und starten dann schnell durch. Soweit die Theorie. Lassen wir uns überraschen. Bis dahin werde ich täglich nach meinen Schneerosen schauen und nicht aufgeben an eine bessere Welt zu denken und zu glauben.


  


Dienstag, 15. November 2016

Mit freudiger Erwartung in den Winter

Warum es hier in letzter Zeit recht ruhig war: Mein erstes Enkelkind strampelt im Mamabauch gegen den immer kleiner werdenden Radius, alles warm und angenehm umspült. Die werdende Oma sorgt sich, wie es sich gehört, um die Zeit nachher, wenn die kleinen Füßchen des Winterkindes  warmzuhalten sind. Zuerst waren es die Socken, Größe siebenundvierzig und zwanzig, für den werdenden Papa und sein Söhnchen Partnerlook zum Geburtstag. Dann gab eins das andere. Und wenn ich erstmal Nadeln in der Hand habe...



Socken stricken macht Spaß, nur die Ferse stört, aber die ist schnell gemacht und mit der Regia Design Line entsteht das Muster ganz von selbst. Ist es nicht hübsch, dass die Musterung bei jeder Größe funktioniert?


Meine Kamera setzte zuletzt beinahe schon Staub an. Heute morgen legte ich die Nadeln beiseite (ich stricke beim Frühstückshäferl statt die Zeitung zu lesen). 
Der Garten erblüht im morgendlichen Sonnenlicht, so wirkte es durchs Fenster. Dann draußen, es weht kein Hauch, es ist still -  bis auf die im Sekundentakt hörbaren dumpfen Geräusche der auf dem Boden auftreffenden Blätter. Zarte Eiskristalle beginnen zu schmelzen. Erste Frostnacht. 




Die Birken behielten ihr leuchtendes Laub dieses Jahr lange, ein so freundlicher Ausblick. Ich sehe sie, wenn ich über meinem Bildschirm zum Fenster hinausschaue. Morgen früh wird sich auch dieses Bild verändert haben. 


Deutliche Zeichen. Diesen Herbst sprechen die Vorgänge in der Natur lauter zu mir als in all den anderen Jahren. Von heute auf morgen blicken wir in eine veränderte Welt. Wie gehen wir damit um? Mit dem Fall der Blätter tritt die Landschaft klarer zutage, man sieht in Ecken, die vorher verborgen waren. Neue Sichten und Erkenntnisse warten...

An dieser Stelle möchte ich mich bei euch allen bedanken, die ihr hier Kommentare hinterlässt und mitlest, auch wenn nicht mehr so häufig neue Beiträge kommen. Ich weiß das sehr zu schätzen!


Donnerstag, 3. November 2016

Einfach und leise

Als ich vor nunmehr sechseinhalb Jahren zu bloggen begann, erschien mir mein Blogname wie eine freundliche kleine lauwarme Dusche oder ein paar milde Stunden an einem schon kühlen Herbsttag. Regelmäßig ein bisschen auf Freude zu konzentrieren, dachte ich, kann prinzipiell nie schaden. Da passt Vieles hinein und es erinnert mich selbst daran, mich auf die Schönheit des Nahe-liegenden zu fokussieren. Bei einer Fernwehgeplagten gäbe es genug Input, dachte ich und gut ist. 
Inzwischen drehte die Welt an ein paar Schrauben und wir sehen sie plötzlich mit anderen Augen. Desillusionierung im großen Stil. Illusionen fallen zu lassen und an einer Realität zu arbeiten die besser passt, ist an sich nichts Schlechtes, aber zu Zeiten wenig angenehm. Können wir uns Freude überhaupt noch leisten?



Wenn ich am Morgen aus meinem Schlafzimmerfenster blicke, sehe ich hinüber zu dieser Kletterrose. Sie blüht an sich nach Bauplan nur einmal im Jahr im Juni. Dieses Jahr hörte sie nie auf zu blühen. Immer wieder öffneten sich an den langen sich biegenden Trieben einige Blüten, bis zum heutigen Tag. Ich kann gar nicht beschreiben, welche Freude das in mir immer wieder auslöste. Nicht weil es mir als Wunder erscheint - mein Vater (er ist vom Fach) hat mir erklärt warum das so ist - nein, es wärmt mir das Herz zu sehen, wie in der Natur jede kleinste Nische und jede Gelegenheit zu wachsen und zu gedeihen genützt wird, ohne wenn und aber. Zahlt es sich aus zu knospen, wenn morgen schon der erste Frost alles absterben lässt? Ich sage bedingungslos: Ja! Die Erde machts ja vor. Selbst wenn es nur zur Freude dient, für eine kurze Zeit.


An einem sehr grauen Tag erst kürzlich entstand die Aufnahme von dieser Knospe der  Lady Emma Hamilton. Sie leuchtet trotz Tristesse fast überirdisch in die Welt und ist noch nicht mal aufgeblüht. Perfekte Schönheit inmitten einer Welt, die gerade alles fallen lässt was einmal schön und gut und ganz war. 

Wir erleben hier im Wiener Raum einen für diese Region ungewöhnlich schönen Indian Summer. 
Es ist immer alles da, gleichzeitig, verwirrend schön und manchmal lastend schwer.
 


Das Zebragras blüht erst richtig auf, wenn sich seine langen Halme schon zu verfärben beginnen. Ich mag es sehr. Noch muss man es nicht binden, kann seine Pracht bewundern. Es ist nicht einer jener Herbste, wo alles schon von einem Oktoberschnee plattgewalzt wurde.



Zu manchen Zeiten fällt es schwerer den Fokus zu halten. Wenn ich dann hinausgehe, Kontakt mit der Pflanzenwelt, der Erde und den Tieren aufnehme, breitet sich Frieden aus. Seht ihr das Herz (oder den Schmetterling) im Bild? Es strahlte mich später aus dem Foto an, pflanzte ein bisschen vom Sonnengold der Blätter in mein Sein. Eine stille Freude und trotzdem keine kleine.

Freude empfinden zu können, was auch immer rundherum sein mag, macht uns stark und auch ein bisschen unabhängig, nicht wahr?

Zu einer sehr großen Freude in meinem persönlichen Leben demnächst mehr...




Das letzte Bild zeigt eine Buche im Schlosspark Laxenburg. Hier findet ihr noch mehr wundervolle Herbststimmungen.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Freitagstexter / The Winner Is...

Bevor es an die Auflösung des Freitagstexterfotos geht, nehme ich euch auf eine kleine Reise mit. Nachdem mir ein sehr inspirierendes Buch über Straßenfotografie in die Hände geraten war, versuchte ich immer wieder mal Anregungen daraus aufzunehmen und zu "üben". Sich auf wenige Elemente zu beschränken macht Spaß und regt dazu an, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Bewusst in die Reduktion zu gehen kann ein Motiv bekanntlich hervorheben, aber gibt es auch Blickwinkel, die nicht so häufig angewendet werden und doch spannende Ergebnisse bringen können? 
Eine der Aufgaben lautete: Sich einen Aspekt zu suchen und dann für den Tag dabeizubleiben. Schwer, wenn man gewohnt ist eher breitbandig wahrzunehmen und festzuhalten, was gerade interessant erscheint, egal, ob sich das Motiv in der Ferne oder Nähe befindet. 
Nun, die Aufgabe bestand darin Menschen von hinten zu fotografieren. In einer Großstadt wie Wien, noch dazu in der City, laufen im Sommer genug interessante Leute herum. Trotzdem fiel mir die Aufgabe zunächst nicht leicht. Man geht hinterher, bewegt sich also mit und sollte dabei nicht zu sehr verwackeln, was gegen Abend zunehmend schwerer gelang. Gerade da machte es aber am meisten Spaß.
Bei der Durchsicht sah ich auf einmal, wieviele Geschichten diese Bilder bei genauerer Betrachtung erzählten, sie ließen viel Raum für eigene Fantasien. 











Zu unserem Freitagstexterbild:
Die junge blonde Schöne in diesem wunderbar frischen Kleid war begleitet von einem etwa doppelt so alten Mann mit chinesischem Aussehen. Sie schlenderten entspannt durch das "Golden Quarter", Graben/Kohlmarkt, der Wiener City. Ich sah sie zuerst von vorne, um mich dann sogleich an ihre Fersen zu heften. Ein so ungleiches wie interessantes Paar.
Schon in meiner Jugendzeit setzte ich mich manchmal mit einer Freundin auf die Mauer bei der Oper, wo wir nichts anderes taten als Passanten anzuschauen und zu raten was für Berufe, Partner, Kinder sie wohl haben würden. Da es nie zur Auflösung kam, weil wir zu feige waren, auch nur eine/n zu fragen, ergingen wir uns in unseren eigenen Fantasien und verglichen unsere Geschichten miteinander. Sowohl meine Freundin, als auch ich ergriffen später Berufe, die eine genaue Beobachtung des Menschen erforderten. Heute sind es oft die Bewegungsabläufe und Körperhaltungen die mich interessieren, aber sicher nicht nur das.

Aber nochmal zurück zum Bild: Ich fands lustig eure Kommentare zu lesen, die Bandbreite bis hin zur Psychiatrie! Euch ging es wohl ähnlich wie mir, wenn man nicht in die Gesichter sehen kann, bekommen die inneren Bilder Beine...



Nun endlich zur Weitergabe des Pokals!

    Wie gesagt: Alle eure Kommentare brachten mich zum schmunzeln! Danke! Ihr habt meinen Tag ein bisschen fröhlicher gemacht und mich staunen lassen.

    Der Pokal geht an: 

Trolleira!!!!

Er hat mich mit seinem Kommentar zum lachen gebracht:  "Komm schon Putzi, da vorne gibt's die Schuhe mit Absätzen!" 

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß bei deiner Bildauswahl für den nächsten Freitagstexter.

Euch ein Bild interpretieren zu lassen hat Spaß gemacht, vielleicht gibts hier ab und zu mal ein kleines Ratespiel, außer obligo, was meint ihr?



     

Samstag, 15. Oktober 2016

Freitagstexter / here you go

Na dann mal auf die Plätze, fertig, los :-)

 

Von  Miz Threefivesix den Freitagstexter der Woche bekommen (und es nicht mal gleich bemerkt). Darum mit Verspätung die Einladung, einen kleinen feinen (lustig bis ironisch, alles ist erlaubt) Kommentar zum Bild da zu lassen. Ich darf dann nächste Woche Donnerstag den Pokal weitergeben. Bin gespannt auf eure Ideen!




  


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